Photographie-Spandau
Malen mit Licht !

REPORTER OHNE GRENZEN

HARTMUT IHLEFELDT 

 

 

Vor zwei Wochen, am 26. September 2017, hat die Mitgliederversammlung von Reporter ohne Grenzen turnusgemäß den fünfköpfigen Vorstand gewählt. Neu als Co-Vorstandssprecherin ist Katja Gloger. Die STERN-Autorin und frühere Russlandkorrespondentin war bisher Beisitzerin in dem Gremium. 
Wieder gewählt wurde Michael Rediske, der das Sprecheramt seit der Gründung 1994 ausübt. Bestätigt wurden als Beisitzer die freie Journalistin Gemma Pörzgen und Matthias Spielkamp, Mitgründer von AlgorithmWatch und Mitgründer und Herausgeber des Internetdienstes iRights.info. 

Als neues Vorstandsmitglied begrüßen wir den taz-Redakteur Martin Kaul. Er hat für ROG schon bedrohte Journalisten in digitaler Sicherheit geschult. 
In Brasilien aufgewachsen, in Istanbul studiert, hat er sich immer wieder mit Fragen von Pressefreiheit und sozialen Bewegungen beschäftigt. 
Während des G20-Gipfels in Hamburg wurde er mit seinem Handy-Livestream zum Leitmedium während der gewalttätigen Proteste. In diesem Newsletter meldet er sich zum ersten Mal bei uns zu Wort.

Liebe Freundinnen und Freunde der Pressefreiheit, 

es gibt Nachrichten, die wir einfach feiern sollten: Unsere mutige Kollegin Khadija Ismayilova, eine hartnäckige Journalistin aus Aserbaidschan, ist mit dem "Alternativen Nobelpreis" ausgezeichnet worden. Dahinter steckt eine besondere Geschichte. Es ist die Geschichte von Gefängnisaufenthalten, Schmutzkampagnen und Bedrohungen, die Ismayilova ertragen musste, weil sie über die Verhältnisse in ihrem Land berichtete. "Für ihren Mut und ihre Hartnäckigkeit, Korruption auf höchster Regierungsebene durch herausragenden investigativen Journalismus aufzudecken" zeichnete die Stiftung für den Right Livelihood Award mit Sitz in Stockholm Khadija Ismayilova nun aus. Es ist wichtig, dass die unerschütterliche Arbeit solcher Kolleginnen gewürdigt wird. 

Reporter ohne Grenzen hat den Weg von Khadija Ismayilova über die Jahre begleitet. Weil wir wissen, dass Aserbaidschan ein gefährliches Pflaster für Journalisten ist, steht dieses Land seit vielen Jahren ganz besonders in unserem Fokus. Dank der Hilfe zahlreicher Unterstützerinnen und Unterstützer, konnte Reporter ohne Grenzen schon 2012 auf das Unrecht aufmerksam machen, das Ismayilova widerfuhr. Heute sehen wir uns an der Seite vieler solcher Kolleginnen, deren Namen noch nicht in aller Munde sind. Sie brauchen unsere Unterstützung. Dazu benötigen wir Ihre Unterstützung. 


Liebe Mitglieder von Reporter ohne Grenzen,   

wir möchten Sie herzlich zur Benefizauktion der Kunstsammlung Gerhard Schoenberners im Berliner Martin-Gropius-Bau einladen. Über Jahrzehnte hinweg hat Gerhard Schoenberner mehr als hundert Werke Naiver Kunst aus aller Welt zusammengetragen. Diese herausragende Sammlung wird - im Sinne des 2012 gestorbenen Publizisten und seiner Frau Mira - zu Gunsten von Reporter ohne Grenzen e.V. versteigert. Der Erlös kommt verfolgten und bedrohten Journalisten zugute. Auktionator ist der bekannte Berliner Rechtsanwalt Prof. Dr. Peter Raue. Schwerpunkte der Sammlung des vielgereisten, für das Goethe-Institut tätigen Autors und Mitbegründers der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz sind Werke aus Afrika, Lateinamerika und dem früheren Jugoslawien. Vertreten sind renommierte Künstler wie der Kenianer Ancent Soi, der Brasilianer Waldomiro de Deus, der Jugoslawe Ilija Bosilj Bašičević und der israelische Maler Gabriel Cohen. Schoenberners Schwiegervater, der Belgrader Kunsthistoriker Oto Bihalji-Merin (1904-1993), war ein ausgewiesener Experte für Naive Kunst und verfasste das Standardwerk Weltenzyklopädie Naive Kunst (1989). 

Versteigerung: Samstag, 9. September 2017 ab 15 Uhr 

Vorbesichtigung: Freitag, 8. September 2017 10 - 19 Uhr und am Auktionstag ab 10 Uhr 

Schätzpreise ab 150 Euro Eintritt frei Martin-Gropius-Bau | Niederkirchnerstraße 7 |10963 Berlin Wenn Sie mitbieten möchten, bitten wir um Voranmeldung per

 Mail: anmeldung@reporter-ohne-grenzen.de. Weitere Informationen sowie den Sammlungskatalog finden Sie auf www.reporter-ohne-grenzen.de/benefizauktion 

Herzliche Grüße Ihr ROG-Team 


 

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Dear Friend,


As you may know, Reporters Without Borders (RSF) released its 2017 World Press Freedom Index on Wednesday, April 26th at the Washington Post. The Press Freedom Index ranks 180 countries according to the level of freedom for journalists and the press. It is an analysis of each country's media situation based on factors such as pluralism, independence of media, quality of legislative framework, and journalists' safety in each country.


This year's Index shows a clear downward trend in press freedom all over the world. The state of media freedom has declined in nearly two thirds of the 180 countries on the map. The key takeaway from these alarming numbers is the erosion of standards for press freedom in democracies. The United States fell two places since last year's Index and now ranks 43rd out of 180 countries. Canada has fallen 4 places after several members of the press came under police surveillance in Quebec in an attempt to uncover internal leaks. 

Read more about the Index's methodology, analyses, and the Press Freedom Map here. You can watch our expert panelists, including RSF's Turkish representative Erol Onderoglu, Syrian journalist Zaina Erhaim, VICE national security reporter Ben Makuch, and former Assistant Secretary of State for Human Rights Tom Malinowski, moderated by Pulitzer Prize-winning journalist Dana Priest, discuss the Index at the Washington Post here

We are so proud of our team, who worked tirelessly on this project from RSF bureaus located all over the world. But we know we could not have pulled this off without the generous support of our donors. 

Thank you so much for encouraging us to set the bar higher for press freedom every year. Please donate to RSF to help us continue to to work towards the freedom of journalists all over the world. 


Sincerely,
RSF Team

30.04.2017



            REPORTER WITHOUT BORDERS - auf das Foto klicken !

Foto ©Hartmut Ihlefeldt


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Was wir dank Ihrer Unterstützung im Jahr 2015 erreichen konnten, haben wir in unserem aktuellen Jahresbericht für Sie zusammengefasst. 


Sehr geehrte Leser und Leserinnen

Hier haben wir den Jahresbericht 2015 für Sie als PDF-Datei hinterlegt.

Jahresbericht 2015 Reporter ohne Grenzen
Die Arbeit von "Reporter ohne Grenzen" - wir bitten um Ihre Unterstützung.
20160914_rog_jb_2015_web.pdf (3.75MB)
Jahresbericht 2015 Reporter ohne Grenzen
Die Arbeit von "Reporter ohne Grenzen" - wir bitten um Ihre Unterstützung.
20160914_rog_jb_2015_web.pdf (3.75MB)


Sie können den Bericht aber auch auf unserer Website 

online lesen.




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IBAN: DE93 1002 0500 0003 2054 00

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Video: The Reporters Without Borders Team


Video: KRIEG ist immer SCHLECHT - damals wie heute !


 

Zunehmender Druck auf Journalisten – auch in Deutschland

 

Autor: Marc-Philipp Schneider / Datum: 03.05.2016 /   

Am heutigen Internationalen Tag der Pressefreiheit lässt sich kein positives Bild über die Freiräume der Medien zeichnen. So geht aus der jährlich von Reporter ohne Grenzen veröffentlichten Rangliste die Tendenz zu mehr Autokratie von Staaten und eine steigende Einflussnahme auf die Medien hervor. Auch in Deutschland lässt sich eine Verschlechterung dokumentieren. Die Bundesrepublik ist in der Rangliste der Pressefreiheit von Platz 12 auf 16 gefallen. Diese Entwicklung ging mit aggressiver Hetze und Gewalt gegen Reporter und Kamerateams einher. Ebenso nahm auch der Druck auf Journalisten und ihre Informanten zu, die geheime Informationen ans Tageslicht bringen. Sehr deutlich wurde dies beispielsweise an den Ermittlungen wegen Verdachts auf Landesverrat gegen Markus Beckedahl und Andre Meister von netzpoltik.org und den vom Spiegel aufgedeckten Bemühungen des Waffenherstellers Heckler & Koch, die Quelle negativer Berichterstattung mit Hilfe des militärischen Abschirmdienstes MAD aufzudecken. Kritisiert werden überdies das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung und fehlende Auskunftsrechte auf Bundesebene. Die gesamte Dokumentation findet man unter reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/2016.

Zum Thema „Pressefreiheit“ war netzwerk recherche heute bei zwei Veranstaltungen vertreten. „Welchen Stellenwert hat die Presse heute?“, fragte das rbb kulturradio und lud dazu Markus Grill (netzwerk recherche) und Stefan Schulz (Soziologe und Journalist) zum Gespräch mit den Hörern. Die Sendung kann in der Mediathek bis zum 10. Mai nachgehört werden (zur rbb Mediathek). Im Rahmen des Besucherprogramms der Bundesrepublik Deutschland nahm nr-Geschäftsführerin Ajmone Kuqi am Runden Tisch des Auswärtigen Amts teil. Unter dem Titel „Freedom of the Press – Working conditions for Journalists“ wurde die Lage der Pressefreiheit im Jahr 2016 unter den internationalen Teilnehmern diskutiert.

Die Begrenzung der Freiräume von Journalisten ist auch ein Thema der diesjährigen Jahreskonferenz von netzwerk recherche am 8./9. Juli in Hamburg. In Diskussionsrunden, Seminaren und Workshops werden in diesem Jahr Beleidigungen und Angriffe gegen die „Lügenpresse“ und staatlicher Einfluss auf die Medien diskutiert, hilfreiche Kurse zu Auskunftsrechten angeboten und der Informationsblockierer des Jahres gekürt. Anmeldungen sind möglich unter nrch.de/nr16.

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                            Kooperation mit Zeit Online

 

Im Berliner Büro von Zeit Online sind einige Räume nach inhaftierten und getöteten Journalisten und Bloggern in verschiedenen Ländern benannt. Die Bezeichnungen sind als kleiner Stolperstein im Alltag gedacht. Sie wollen an jene mutigen Kolleginnen und Kollegen erinnern, die teilweise ihr Leben aufs Spiel setzen, um Informationen zu veröffentlichen, die von Terrorgruppen, kriminellen Banden und diktatorischen Regimen gewaltsam unterdrückt werden.

Wenn niemand mehr über den Krieg 

in Syrien berichtet-ist er dann beendet ?


             Der Kriegs-und Fluchthölle entronnen-syrische Flüchtlinge, in Spandau willkommen ! 

                                   Foto ©Hartmut Ihlefeldt


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Wir gedenken dem schwedischen Autor Henning Mankell, der im Alter von 67 Jahren an Krebs starb und der uns unterstützt hat. 

Er schrieb vor einigen Jahren folgendes: 

"Ich unterstütze Reporter ohne Grenzen, weil ich überzeugt bin, dass weder Demokratie noch Gerechtigkeit je eine Chance haben ohne mutige Journalisten, die nach der Wahrheit suchen, auch wenn sie ihr eigenes Leben riskieren."

Henning Mankell  

geb. 03.02.1948 in Stockholm, gest. 05.10.2015 in Göteborg schwedischer Schriftsteller und Theaterregisseur. Bekanntheit erlangte er im deutschsprachigen Raum vor allem durch seine Krimi-Reihe mit Kommissar Kurt Wallander.